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Insekten - Vorbeuge

2012-01-26 15:50 von Administrator Tierklinik

Mittel und Möglichkeiten des Insektenschutzes

Nicht nur, dass  Pferde durch die Plagegeister unruhig und nervös werden, durch Fliegen, Bremsen und Mücken können auch unterschiedliche Krankheitserscheinungen auftreten.

Die Augenfliege benötigt das eiweißhaltige Augensekret für ihre Eiablage. Dadurch können Bakterien in das Auge gelangen und zu einer eitrigen Bindehautentzündung führen. Kleine Wunden können sich zu schlecht verheilenden Sommerwunden entwickeln, da zum Beispiel die Kopffliege das Wundsekret zur Nahrung nutzt und die Wunde mit Bakterien kontaminiert. Das vor allem von Islandpferdebesitzern gefürchtete Sommerekzem ist eine ernst zu nehmende Erkrankung der Haut, die vor allem durch Gnitzen, aber im geringen Maße auch durch Kriebelmücken verursacht wird. Geringgradige Anzeichen des Sommerekzems äußern sich in Form von kleinen Krusten im Bereich der Mähne, des Schweifes bzw. der Bauchnaht. Die Pferde scheuern sich, was Mähne und Schweif ungepflegt erscheinen lassen. Pferde, die an einem ausgeprägtem Sommerekzem leiden, und über den ganzen Körper verteilte Krusten und durch das Scheuern haarlose Stellen aufweisen, sind zumeist abgemagert, da die körperliche und seelische Belastung der Tiere enorm ist.

Bremsen und Stechmücken verursachen juckend, brennende Stichwunden, die besonders im Bereich der Sattel- und Gurtlage dazu führen können, dass das Pferd einige Zeit nicht geritten werden kann. 

Jedes Jahr gibt es daher immer wieder neue Produkte, die zum  Verkauf angeboten werden. Bevor Sie sich aber mit den unterschiedlichsten Produkten eindecken, sollten Sie zuerst das Stallmanagement überprüfen.

Wichtig ist, dass die Stallungen ausreichend durchlüftet werden. Die Boxen sollten täglich gemistet werden. Aber auch der Paddock und die Weiden sollten täglich abgeäppelt werden. Zudem ist darauf zu achten, dass der Mist nicht unmittelbar neben den Boxen gelagert wird, denn dieser ist zugleich Nahrungsquelle und Brutstätte für einige Fliegenarten.

Bei Weiden mit Bachlauf sollten Sie darauf achten, dass die Tränkstellen gut befestigt sind und nicht verschlammen. Pferde, die unter Sommerekzem leiden, werden am besten nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang auf die Weide gebracht. Dadurch wird verhindert, dass sie dem Aktivitätsmaximum der Gnitzen und Kriebelmücken ausgesetzt werden.

Fachgeschäfte bieten gegen die Insektenplage unterschiedliche Produkte an. Zum einen Kopf- und Körperbedeckungen zum anderen unterschiedlichste Mittel gegen Mücken, Fliegen und Bremsen.

 Bei Pferden, die an Bindehautentzündungen neigen, ist es ratsam einen Kopfschutz zu benutzen, da im Bereich der Augen kein Insektenschutzmittel aufgebracht werden kann.

Sie sollten darauf achten, dass das Material bei starker Kopfbewegung keine peitschende Wirkung hat, da dies zu Hornhautverletzungen im Auge führen kann. Materialien aus Wolle mit Wachs- oder kunststoffartigem Überzug sind daher vorzuziehen, müssen aber täglich kontrolliert werden, da sich kleine Äste darin verfangen können. Eine Alternative hierzu sind Kopfbedeckungen aus Netzstoff, die im Genick und Nasenrücken mit Klettverschlüssen befestigt werden. Wichtig ist eine exakte Passform dieses Schutzes, um Scheuerstellen zu vermeiden. Sogenannte Ekzemdecken für Pferde, die unter Sommerekzem leiden, sind nicht generell abzulehnen. Sie müssen individuell entscheiden, ob das Pferd sich mit dieser Decke wohlfühlt. Auf alle Fälle sollten sie darauf achten, dass die Decke mit einem breiten Bauchlatz versehen ist, um zu vermeiden, dass die Mücken nicht an die Bachnaht gelangen können. Das Material soll aus luftdurchlässigem Material sein. Die Pferde scheuern und wälzen sich auch mit Decke. Deswegen müssen Sie damit rechnen, dass es zu hohen Verschleißerscheinungen kommen kann. 

Mittel gegen Insekten werden gesprüht, mit einem Stick aufgetragen oder mit Hilfe eines Schwammes auf das Tier aufgetragen. Produkte, deren Wirkstoffe auf Basis von ätherischen Ölen basieren (Citronella, Rosmarin, Zedernholz, Eukalyptus), wirken nur kurzzeitig, obwohl Wirkungszeiten bis zu sechs Stunden versprochen werden. Wenn das Pferd schwitzt lässt die Wirkung sehr schnell nach. Dem zufolge sind derartige Produkte nur für kurze Ausritte geeignet. Auch Teebaumöl ist zur Insektenbekämpfung geeignet. Es muss aber mindestens einmal täglich aufgebracht auf den ganzen Körper aufgetragen werden und relativ kostenintensiv. Eine billigere aber mindestens genauso effektive Lösung ist das Besprühen der Tiere mit verdünntem Essig. Permethrin ist ein chemisches Produkt mit langanhaltender Wirkung, welches Sie beim Tierarzt beziehen können. Es muss nur einmal wöchentlich (laut Hersteller alle zwei Wochen) auf das Tier aufgebracht werden. Bei unsachgemäßem Gebrauch kann es aber zu Leberschäden führen. „Bremsen ex“ ist das wirksamste Mittel –wie der Name schon sagt- gegen Bremsen. Es hat aber zwei enorme Nachteile. Zum einen hat es einen sehr unangenehmen Geruch, was viele Pferdebesitzer schon abgehalten hat, dieses Mittel zu benutzen. Zum anderen ist es von dunkelbrauner Farbe, die Schimmel nach Aufbringen von „Bremsen ex“ wie Pferde in Kriegsbemalung aussehen lässt.

Sie müssen bei allen Produkten darauf achten, dass nichts in  die Augen oder in Wunden gelangen kann. Pferde, die beim Einsprühen nervös sind und nicht stillhalten, sollten in Kopf- und Wundennähe nur mit einem Schwamm eingerieben werden.

Ein altes Hausmittel ist Knoblauch. Es kann in Form von Pelletts oder Pulver ins Kraftfutter gegeben werden. Sie können aber auch frischen Knoblauch verfüttern, was deutlich kostengünstiger ist. Die Pferde dünsten über die Schweißporen den Geruch des Knoblauches aus. Ich persönlich konnte bei meinen Pferden aber keinen sichtbaren Erfolg erzielen.

Zusammenfassend sei zu sagen, dass Sie je nach Situation und Pferd differenziert entscheiden müssen, welche Möglichkeit des Fliegenschutzes Sie einsetzen werden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen Einblick in die Mittel und Möglichkeiten der Fliegenabwehr gewähren und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Dr. Stephen Eversfield

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